Geschichte


Bevor im Jahre 1921 die Freiwillige Feuerwehr Brotterode gegründet wurde, bestand lediglich eine Pfichtfeuerwehr; junge Männer in einem bestimmten Alter hatten eine gewisse Zeit Dienst in der Feuerwehr zu tun. Bei Verstößen wurden sie entsprechend bestraft. Die "Technik" bestand in der Gründungszeit aus Hydrantenwagen, Handdruckspritze und Schlauchwagen. Schmiedemeister August König leitete die Wehr.

In den 30er Jahren wurde die FF mit einer wassergekühltem Viertakt-Motorspritze mit einer Leistung von 1200 l/min vom Typ "Magirus" ausgerüstet. In diesen Jahren leitete der Schreinermeister Oskar Nickel die Wehr. Da das Gerätehaus am "Alten Teich" nicht beheizbar war, wurde die Motor-Spritze zeitweise in der Garage der Schule bzw. in einer Fabrik untergestellt.

Größere Brände in dieser Zeit:


* Schuberts Fabrik in einer sehr kalten Januarnacht (Totalschaden)
* Scheune in der sogenannten "Krupps-Mühle" (total abgebrannt)
* 1944 Absturz eines abgeschossenen amerikanischen Bombers in den Kindergarten; der Brandschaden konnte in Grenzen gehalten werden.

Auch nach dem Krieg wurde die Arbeit der FF fortgeführt. In den 50ern erhielten die Kameraden die ersten abgelegten Uniformen von der Kasernierten Volkspolizei.

Das alte Spritzenhaus am "Alten Teich"

Stadtarchiv Brotterode

Als in einem Winter das Pumpengehäuse der Spritze zerfroren war, da als Unterstellmöglichkeit nur das alte Gerätehaus zur Verfügung stand, wurde die Feuerwehr mit einem Anhänger mit Tragkraftspritze, Leistung 800 l/min, ausgerüstet.

Wehrleiter nach dem Krieg war Herr Heinrich Römhild. Mitte der 50er Jahre wurde er durch den Schmiedemeister Alfred König abgelöst.

In dieser Zeit waren Brandbekämpfungen trotz Motorspritze noch sehr schwierig. Bei einem Alarm musste zunächst die Ankunft eines verfügbaren LKW abgewartet werden. Die wenigen LKW-Besitzer waren zwar verpflichtet, am Gerätehaus zu erscheinen, aber oftmals waren diese unterwegs, und so geschah es nicht selten, dass der Anhänger mit der Spritze im Handzug zur Brandstelle gebracht werden musste.

Brandbekämpfungen aus dem Wassernetz brachten zu dieser Zeit - wegen des veralteten Wassernetzes (von 1895) - schon Probleme. In höher gelegenen Stadtvierteln reichten weder Druck noch Menge aus.

1956 erhielt die FF Brotterode als dritte Gemeinde im Kreis Schmalkalden ein Löschfahrzeug, einen Garant "K30".

Löschfahrzeug - Garant "K30"

privat

Erste gemeinsame Übung im "Inselsberger Hof"

Stadtarchiv Brotterode


Von nun an musste sich zwangsweise die Arbeitsweise der Wehr ändern. Zu diesem Zweck wurde Malermeister Gerhard Malsch zu einem Lehrgang ans Ausbildungskommando der Feuerwehr deligiert; fortan wurde versucht, eine exakte Ausbildung der Kameraden zu gewährleisten.

1964 wurde mit den inzwischen gebildeten Betriebswehren von FER, Metallverarbeitung und Ziehwerk die erste gemeinsame Übung am "Inselberger Hof" durchgeführt.

Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Wehrleiter König übernahm 1962 Oskar Krahmann die Leitung der Wehr.

Mit dem Löschfahrzeug kamen auch verstärkt Aufgaben im außerörtlichen Bereich hinzu. So wurden die Löschfahrzeuge im Kreis zu Brandschutzzügen zusammengefasst; Brotterode, Trusetal und Breitungen bildeten einen Zug, deren Zugführer der Brotteröder Gerhard Malsch wurde. Gleichzeitig wurde Malsch als Leiter des 1968 neu gegründeten Wirkungsbereiches berufen.

Erste gemeinsame Übung im "Inselsberger Hof"

Stadtarchiv Brotterode


Mit den wachsenden Aufgaben wurden die Forderungen nach einem neuen Gerätehaus immer lauter. Herr Raßbach, der damalige Bürgermeister, dessen Nachfolger Günther Vogt und die Wehrleitung mit den Kameraden Oskar Krahmann, Diethard Iffert und Gerhard Malsch setzten schließlich den Neubau beim Rat der Stadt nach großen Anstrengungen durch. 1969 begannen die Kameraden in zahlreichen Arbeitsstunden für Erdaushub-, Putz-, Verschalungs-, Hilfs- und Zubringerleistungen, sich ein neues Gerätehaus zu erschaffen; die direkte Bauausführung übernahm die Firma Marthold.

Aber auch die Aufgaben der Feuerwehr selbst verlor man nie aus den Augen. Eine Frauengruppe, die aus 14 Mitglieder bestand sowie eine Gruppe "Junge Brandschutzhelfer" (8 Schüler und Schülerinnen) wurden gegründet, die am 27. Juni 1970 in Breitungen bei ihren ersten Wettkampf gute Ergebnisse erzielten. Anlässlich der Fahrzeugapelle wurde für den Zustand und die Pflege unseres Löschfahrzeuges stets die Note "sehr gut" vergeben - ein Hauptverdienst der Einsatzgruppe, insbesondere des Kameraden Diethard Iffert.

Festumzug zur 50-Jahrfeier der FF Brotterode

Foto Fuchs Brotterode


Um eine besssere Koordinierung der Aufgaben der örtlichen und der betrieblichen Brandschutzorgane gewährleisten zu können, wurde der Kamerad Gerhard Malsch 1970 als Kommandeur eingesetzt. Nach der Aufhebung des ehemaligen Wirkungsbereiches gehörte Brotterode jetzt wieder zum Wirkungsbereich Floh.

Am 10. Juli 1971 feierte die FF Brotterode ihr 50jähriges Gründungsjubiläum. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde der Wehr ein neues Löschfahrzeug LF-TS 8 vom Typ "Robur" übergeben, die Gemeinde Roßdorf erhielt den "alten" K30.

Löschfahrzeug LF-TS8 Typ "Robur"

privat


Während einer einzigen Novembernacht im Jahre 1971 wurde im Flurstück "Gabel" auf Befehl der Abteilung E, zusammen mit Kameraden aus Breitungen und Schmalkalden, ein Feuerlöschteich errichtet. Der Teich wurde mit einer Planierraupe geschoben; die FF Schmalkalden sorgte mit einem Beleuchtungsanhänger für das nötige Licht. Am 10.11.1971 wurde aus dem Teich die Löschwasserzisterne auf dem Großen Inselsberg gefüllt. Die Kameraden der Kommandos auf Gotha, Eisenach und Schmalkalden arbeiteten gemeinsam mit unserer Wehr unter schwersten Bedingungen, bei Sturm, Schneetreiben und beißendem Frost bis das Ziel erreicht war.

Durch kontinuierliche Beratung und Kontrollen konnten die Kameradinnen und Kameraden des vorbeugenden Brandschutzes über viele Jahre hinweg gute Arbeit leisten und so größere Brände im Stadtgebiet verhindern.

1977 übernahm Kurt Lachmund vom kommisarischen Wehrleiter, Gerhard Malsch, die Amtsgeschäfte. Als er sich 1990 für die Wahrnehmung anderer wichtiger Aufgaben in unserer Stadt entschied, trat Bernd Schüßler an seine Stelle, der 1993 das Amt des Wehrleiters an Jens Peter weiter gab.

Nach der "Wende"

Löschfahrzeug Opel Blitz

privat


Im Frühjahr 1990 erhielt die FF Brotterode ein gebrauchtes Löschfahrzeug "Opel" von der Partnerstadt Bad Vilbel, welches mit Schere und Spreizer bestückt war. Mehrfach sind diese Geräte seither bei schweren Unfällen im Einsatz gewesen.

Als nach einem Unfall im Anschluss an einen Einsatz im Herbst 1991 unser LF8 "LO" nicht mehr einsatzfähig war, wurde durch die Stadtverwaltung Brotterode ersatzweise ein grüner LKW "Robur" zur Verfügung gestellt, welcher mit sämtlichen Brandbekämpfungsgeräten ausgestattet wurde. Auch Bad Vilbel zeigte sich sofort hilfsbereit und überließ unserer Wehr ein Löschfahrzeug LF16, welches bis zur Neuanschaffung eines eigenen Fahrzeuges zur Verfügung stehen sollte.

Am 13. Juni 1992 übernahmen wir "unser" Tanklöschfahrzeug LF16, und seit März 1996 zählt ebenso ein neues Kleinlöschfahrzeug Mercedes LF8 zum Fahrzeugpark der FF Brotterode.

Neben der Aufgabe der Brandbekämpfung werden die Kameraden der Feuerwehr auch immer wieder zur Einsatzstelle gerufen, wenn es darum geht, Menschen, Fahrzeuge und Anlagen zu bergen und zu retten, wie zum Beispiel im März 1992 zu einem Tanklastzugunfall auf der B19 bei Fambach.

Feuerwehrförderverein


Im Jahre 1994 wurde der Feuerwehrförderverein der Freiwilligen Feuerwehr Brotterode gegründet und in das Vereinsregister beim Registergericht Schmalkalden eingetragen.
Die momentan 35 Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, Bürgern die verantwortungsvollen Tätigkeiten der Kameraden und Kameradinnen vertraut zu machen und sie für aktive und passive Arbeit zu begeistern. Auch auf kultureller Ebene ist der Verein tätig, so wurden und werden zum Beispiel Kinderfeste und Tage der offenen Tür veranstaltet um Interessierten die Möglichkeit zu bieten die Technik der Feuerwehr näher zu bringen.

In der Alters- und Ehrenabteilung unserer FF sind feuerwehrbegeisterte Mitglieder organisiert, die ihre über Jahre gesammelte Erfahrungen gern an jüngere Feuerwehrmänner und -frauen weitergeben und immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Freundschaftliche Beziehungen zum Zwecke des Erfahrungsaustausches und der Weiterentwicklung der Wehr und des Vereins unterhalten die Kameraden zur FF Bad Vilbel - insbesondere zum Stadtteil Massenheim - und zur Stützpunktfeuerwehr in Bad Neustadt.

(Die hier aufgeführten Angaben stammen auszugsweise aus der Chronik, die in Vorbereitung der 50-Jahrfeier der FF Brotterode 1971 von Gerhard Malsch, damals Mitglied der Wehrleitung, zusammengestellt wurde sowie aus der Festschrift zum 75jährigen Bestehen der FF Brotterode und mit aktuellen Zahlen und Fakten auf den neuesten Stand gebracht.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns mit Bildmaterial und Wissen aus vergangenen Zeiten bei der Gestaltung der Internet-Präsenz zur Seite stehen.)


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